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Sickerwasserreinigung

Gesamtansicht Sickerwasserreinigung

Durch Niederschläge wird der Deponie ständig Feuchtigkeit zugeführt. Ein Großteil dieser Feuchtigkeit verdunstet an der Oberfläche des Abfallkörpers. Ein weiterer Teil wird durch Mikroorganismen "verbraucht", die am biologischen Abbauprozeß des Abfalls beteiligt sind. Dabei entsteht das sog. Deponiegas, das zu ca. 50% aus brennbaren Methan besteht und zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Mit dem Deponiegas wird ein weiterer Teil der Feuchtigkeit aus dem Deponiekörper herausgeführt, so das letzten Endes ca. 25% der Niederschläge als Sickerwasser anfallen. Daher ist die gesamte Deponie an der Sohle mit perforierten Drainageleitungen ausgestattet, in denen sich das Sickerwasser sammelt. Diese enden jeweils in einem Schacht. Alle Schächte sind mit Transportleitungen verbunden, die in einem zentralen Sammelschacht enden. Hier wird ständig die anfallende Sickerwassermenge gemessen und das Sickerwasser in die Speicherbehäter gepumpt.

Das Sickerwasser enthält nur einen geringen Schadstoffgehalt. Dioxine und Furane konnten nicht nachgewiesen werden. Das liegt daran, dass nur Abfälle angenommen werden, für die auch eine Genehmigung vorliegt. Trotz des geringen Schadstoffgehaltes, darf das Sickerwasser nicht direkt einer kommunalen Kläranlage zugeführt werden. Aus diesem Grund wird es in einer eigenen Behandlungsanlage vorgereinigt.

Technische Daten:
Sickerwasserspeicher: 3 x 350 m³
Denitrifikation: 25 m³
Nitrifikation: 130 m³
Membranfiltration: 1.500 l/h
Ozonerzeugung: 75 Kg/h
Oxidation: 2 x 25 m³
Abklingbehälter: 25 m³
Tauchtropfkörper: 3.600 m²
Sammelteich: 2 x 500 m³

Verfahrensbeschreibung
Turmbiologie, Chemische Naßoxidation

Die Sickerwasserreinigung arbeitet in 3 Stufen:

  • biologische Vorbehandlung
  • chemische Nassoxidation
  • biologische Nachbehandlung
biologische Vorbehandlung:

In zwei Turmbiologiebehältern findet die biologische Vorbehandlung (Nitrifikation und Denitrifikation) des Sickerwassers statt. Der Nitrifikationsbehälter (130 m³) wird mit Sauerstoff belüftet. Hier findet hauptsächlich der Abbau von organischen Substanzen statt, wobei auch vorhandenes Ammonium in Nitrat umgewandelt wird. Im Denitrifikationsbehälter (25 m³) wird unter Sauerstoffausschluss Nitrat in Stickstoff umgewandelt. Das Sickerwasser (Biomasse) wird ständig zwischen den beiden Behältern umgepumpt, um einen größtmöglichen Ammonium- und Nitratabbau zu erreichen. Hierbei wird auch die Membranfiltration passiert. Dort wird ständig ein Teil des vorgereinigten Sickerwassers aus der biologischen Vorbehandlung herausgefiltert.

Speicherbehälter

3 Speicherbehälter mit jeweils 300 m³ Volumen dienen zur Zwischenlagerung des Sickerwassers

 
Membranfiltration:

Mit einem Überdruck von 7 bar wird das biologisch vorbehandelte Sickerwasser gefiltert. Dabei wird die gebildete Biomasse (Bakterien) zurückgehalten und das vorgereinigte Sickerwasser weitergeleitet. Man kann sich die Membranfiltration auch als "Bakteriensieb" vorstellen.

Membranfiltration
Chemische Nassoxidation:

Von der Membranfiltration wird das biologisch vorbehandelte Sickerwasser durch zwei 25 m³ große Oxidationstürme gepumpt und mit Ozon behandelt. Dabei werden schwer abbaubare organische Kohlenstoffverbindungen aufgespalten, d.h. längerkettige Molekülketten werden in kürzere zerlegt. Diese sind nun wieder biologisch abbaubar und werden im Tauchtropfkörper nachbehandelt. Da die vollständige Aufspaltung der Molekülketten enorme Energiekosten verursachen würde, erfolgt die Ozondosierung so, dass nur die längerkettigen Moleküle gespalten werden. Damit überschüssiges Ozon abreagieren kann, passiert das Abwasser noch einen weiteren Behälter, bevor es in die biologische Nachbehandlung geleitet wird.
Ozon ist sehr giftig und trägt zur Bildung des Treibhauseffektes bei. Darum sind alle Anlagenteile, die mit Ozon in Berührung kommen, hermetisch abgedichtet. Sämtliche Abgase werden über einen Restozonvernichter geleitet, um sicher zu stellen, dass auch Spuren von Ozon restlos zerstört werden. Bei der Behandlung des Sickerwassers mit Ozon entsteht kein Schlamm, der entsorgt werden muss.

Ozonerzeuger

Ozonerzeugung: Reiner Sauerstoff wird an Hochspannungselektroden vorbeigeführt. Dabei entsteht ein Gemisch aus ca. 10% Ozon und 90% Sauerstoff. Ozon ist ein sehr reaktives Gas, das in der Lage ist, komplexe organische Verbindungen zu zerstören.

biologische Nachbehandlung:

Um die in der chemischen Nassoxidation neu entstandenen biologisch abbaubaren Stoffe zu entfernen, wird das Sickerwasser einer biologischen Nachbehandlung im Tauchtropfkörper unterzogen.
Der Tauchtropfkörper hat eine Gesamtoberfläche von 3.600 m² und besteht aus einer waagerechten Welle, auf der mehrere Scheiben montiert sind. Diese Scheiben sind mit einem "biologischen Rasen" besiedelt und tauchen bis zur Hälfte in das Abwasser ein. Durch die Rotation der Welle nehmen die Bakterien im biologischen Rasen Sauerstoff an der Luft auf. Anschließend werden mithilfe des Sauerstoffes die biologisch abbaubaren Stoffe im Abwasser zu Kohlendioxid umgewandelt. Das gereinigte Abwasser wird dann in die Sammelteiche geleitet, die immer abwechselnd befüllt werden. Vor dem Ablassen eines Teiches, in die städtische Kanalisation, wird eine Kontrollanalyse durchgeführt, um sicherzustellen, dass sich alle Abwasserparameter unterhalb der zulässigen Grenzwerte befinden.

biologische Abluftbehandlung

Geruchsemissionen werden mittels Biofilter aus der Abluft folgender Anlagenteile entfernt:

  • Sickerwasserspeicher
  • Denitrifikation
  • Nitrifikation
  • Tauchtropfkörper

Durch einen Radialventilator wird die Abluft dem Vorwäscher zugeführt. Die Gase werden hier von Schmutzpartikeln befreit, gekühlt und befeuchtet. Die nun vorgereinigte Abluft wird in den Biofilter geführt und passiert dort ein biologisches Substrat, in dem die Geruchsstoffe im Abgas abgebaut werden.


Sickerwasserreinigung




Membranfilter (Loops) Vorlagebehälter Schaltschrank Druckerhöhungspumpe Förderpumpe Chemische Naßoxidation Biofilter Nitrifikationsbehälter Tauchtropfkörper Treppe Sicherheitswanne Ampel Ausgangswaage Chemische Naßoxidation Regio-Tonne 1,1 m³ Regio-Tonne 1,1 m³ Regio-Tonne 1,1 m³ Regio-Tonne 1,1 m³ Regio-Tonne 1,1 m³ Regio-Tonne 1,1 m³ Nitrifikationsbehälter Treppe Tauchtropfkörper Wärmetauscher Sauerstofftank Ampel Ausgangswaage Sicherheitswanne Sauerstoffverdampfer Regio-Tonne 1,1 m³ Biofilter Regio-Tonne 5 m³ Ozonerzeugung Hallentor, dahinter Membranfiltration  Hallentor, dahinter Menbranfiltration Durchflussmesser Durchflussmesser Manometer Manometer Ozonerzeuger